Musik und Bewegung fürs Herz


Gefäßgesundheit aktiv fördern
Musik und Bewegung fürs Herz

Herzkranke können die Funktion ihrer Gefäße aktiv verbessern, indem sie sich regelmäßig bewegen und zugleich ihre Lieblingsmusik hören. Das meldet der Berufsverband Niedergelassener Kardiologen (BNK) mit Bezug auf eine serbische Studie.

Stabile Gefäßwände

Eine gesunde Gefäßwand erfüllt wichtige Funktionen. Sie verhindert zum Beispiel, dass Blutgerinnsel entstehen und erweitert bei Bedarf die Gefäße. Viele dieser Aufgaben werden durch Stickstoffmonoxid ermöglicht. Herzgefährdende Faktoren wie Rauchen, Bluthochdruck, erhöhtes LDL-Cholesterin, Diabetes, Stress, Alterungsprozesse und Herz-Gefäß-Erkrankungen schaden den Gefäßwänden. In der Folge bilden sich in der Gefäßwand Ablagerungen oder Blutgerinnsel, die den Blutfluss behindern oder das kranke Gefäß sogar verschließen. Wenn die Herzkranzgefäße betroffen sind, droht ein Herzinfarkt. „Die Verbesserung der Gefäßfunktion ist insofern ein wichtiges Therapieziel bei Koronarpatienten", betont Dr. Norbert Smetak, Bundesvorsitzender des BNK.

Sport und Musik in Kombination

Serbische Wissenschaftler teilten 74 Patienten mit einer koronaren Herzerkrankung im Rahmen eines Rehabilitationsprogrammes den drei folgenden Gruppen zu: Gruppe eins "Training" nahm regelmäßig an einem medizinisch überwachten Fitnesstraining teil. Gruppe zwei „Training plus Musik" erhielt dasselbe Fitnesstraining und durfte zusätzlich täglich 30 Minuten individuell bevorzugte Musikstücke anhören. Teilnehmer der Gruppe drei „Musik" nahmen an keinem Trainingsprogramm teil, hörten aber täglich 30 Minuten die persönliche Lieblingsmusik.

Nach drei Wochen hatte sich die Gefäßfunktion der Patienten in allen drei Gruppen verbessert. Den besten Effekt auf die Gefäße erzielte das Training-plus-Musik-Programm. Die Teilnehmer dieser Gruppe steigerten auch ihre körperliche Belastbarkeit stärker als die Teilnehmer der anderen beiden Gruppen.

Lieblingsmusik aufdrehen

Das Hören von angenehm erlebter Musik kann also offenbar dazu beitragen, die Gefäßwandfunktion zu verbessern. Die Studienautoren erklären das Ergebnis mit Glückshormonen: Beim Hören der Lieblingsmusik schüttet der Körper Endorphine oder Endorphin-ähnliche Substanzen aus. Das wiederum aktiviert die Bildung von Stickstoffmonoxid in den Gefäßwänden.

Den entspannenden Effekt auf die Gefäße hat aber nur die Musik, die einem persönlich gefällt. Schon eine ältere Studie zeigte, dass Musik, die Angst oder Unbehagen erzeugt, die Gefäße nicht entspannt, sondern verengt. Nur Musik, die individuell als angenehm empfunden wird, führt zu einer messbaren Gefäßerweiterung. Und dies sogar in einem Ausmaß, das dem Effekt von Sport oder Medikamenten gleichkommt.


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