Masernfälle verzehnfacht


Impfoffensive in Bayern gestartet
Masernfälle verzehnfacht

Die Kinderkrankheit Masern galt schon als nahezu ausgerottet. Doch 2013 ist die Anzahl der Neuinfektionen sprunghaft angestiegen. Eine Impfoffensive soll den Vormarsch der Viren stoppen.
Jede zweite Infektion in Bayern
Für Deutschland meldet das Robert Koch-Institut (RKI) mit bislang knapp 1.500 Krankheitsfällen fast den zehnfachen Wert des gesamten Vorjahres. Im Verhältnis zur Einwohnerzahl ist mit rund 60 Masernfällen pro 1 Million Menschen Bayern das am zweitstärksten betroffene Bundesland. Nur aus Berlin meldet das RKI mehr Krankheitsfälle pro Millionen Einwohner. Alle anderen Bundesländer folgen mit deutlichem Abstand. In Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern und dem Saarland gab es in diesem Jahr keinen bzw. lediglich einen Masernfall.

Deutsche sind impfmüde
Die jüngsten Fälle stammten überwiegend aus dem Großraum München. Im Juli und August war speziell der Landkreis Landsberg am Lech sehr stark betroffen. Hier registrierten die Behörden in einem Zeitraum von fünf Wochen über 90 Maserninfektionen. Ursache für den sprunghaften Anstieg der Masernfälle in Deutschland und speziell Bayern ist vermutlich eine vernachlässigte der Sorgfalt beim Impfen von Kleinkindern. In Bayern wird nur circa jedes dritte Kleinkind zweifach gegen Masern geimpft. Damit ist das Bundesland laut Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung Schlusslicht im bundesweiten Vergleich. Der Durchschnittswert für alle Kleinkinder in Deutschland ist allerdings nicht viel höher.

Keine Impfpflicht in Bayern

Trotz der steigenden Anzahl der Masernfälle lehnte der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer vor wenigen Wochen eine generelle Masern-Impfpflicht für Kleinkinder ab. Sozialministerin Christine Haderthauer hatte sich im Vorfeld für eine solche Regelung ausgesprochen. Stattdessen informierte Bayerns Gesundheitsminister Marcel Huber vergangene Woche darüber, dass bereits eine Impfoffensive als Reaktion auf die gegenwärtige Entwicklung läuft. Dafür erhält der öffentliche Gesundheitsdienst in Bayern insgesamt 450.000 Euro an zusätzlichen Mitteln. „Durch Impfungen und Beratungen vor Ort wollen wir das Ziel erreichen, bis 2015 einen Masernimpfschutz von 95 Prozent in Bayern zu erreichen“, erklärte Gesundheitsminister Marcel Huber.

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