ADHS im Erwachsenenalter


Belastung verschwindet nicht mit 18
ADHS im Erwachsenenalter

Unaufmerksamkeit, Impulsivität oder Unruhe – ADHS beeinträchtigt auch Erwachsene und kann ihnen beruflich im Wege stehen. Experten fordern deshalb eine bessere Behandlungskette, die nicht mit der Volljährigkeit endet.

Beschwerden ja, Behandlung nein

Die Beschwerden einer Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung – kurz ADHS – verschwinden nicht mit der Volljährigkeit. Zu diesem Ergebnis kommt eine Befragung von 623 jungen Erwachsenen mit ADHS, die im Rahmen des sogenannten Gesundheitsmonitors von der BARMER GEK und der Bertelsmann Stiftung erhoben wurde.

Etwa die Hälfte der Befragten gab an, unter ausgeprägten Beschwerden zu leiden, wie Unruhe, Konzentrationsproblemen oder Impulsivität – und dennoch in keiner ärztlichen Behandlung zu sein. 42 Prozent berichteten von mittleren bis starken Beeinträchtigungen an der Schule, während der Ausbildung oder am Arbeitsplatz. Nur 14 Prozent der Betroffenen bekamen von ihrem Kinder- und Jugendpsychiater nach dem 18. Geburtstag eine Weiterbehandlung bei einem Erwachsenenpsychiater vermittelt.

Übergang ärztlich begleiten

Gerd Lehmkuhl und Ingrid Schubert fordern, dass die behandelnden Ärzte den Übergang in die psychologische Betreuung im Erwachsenenalter besser vorbereiten müssen. Die beiden Autoren der Studie sind Mediziner an der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie der Universität Köln. Die Experten raten zu Spezialsprechstunden für junge Erwachsene mit ADHS. Diese könnten die Behandlungskette deutlich verbessern. Im Idealfall sollten Kinder- und Jugend- sowie Erwachsenenpsychiater diese gemeinsam anbieten, empfehlen die Mediziner.

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