Fußgelenk verstaucht – was tun?


P.E.C.H. hilft im Unglück
Fußgelenk verstaucht – was tun?

Ein verstauchter Fuß ist kein Beinbruch, schmerzt aber trotzdem. Zur Behandlung reicht manchmal ein Griff in die Hausapotheke, manchmal gehört die Verletzung aber in die Hände eines Arztes. Ursula Marschall von der Barmer GEK weiß, was im Unglücksfall zu tun ist.

Sprunggelenk umgeknickt

Knöchelverstauchungen zählen zu den häufigsten Verletzungen. Sie entstehen, wenn beim Sport oder in Alltagssituationen das Sprunggelenk umknickt. "Dabei werden die Bänder überdehnt, die das Fußgelenk mit seinen vielen Knochen stabil und stark machen. Am häufigsten sind die an der Außenseite des Fußgelenks betroffen", erklärt Dr. Ursula Marschall, leitende Medizinerin der Barmer GEK. Je nach Schwere der Verstauchung können Bänder nicht nur gedehnt werden, sondern auch reißen. Selten sind dagegen Knochenbrüche als Folge des Umknickens.

Ruhen und kühlen

Erste Hilfe in solchen unglücklichen Situationen bietet die P.E.C.H.-Regel. Die Abkürzung P.E.C.H. steht für die Begriffe Pause, Eis, Compression und Hochlegen. "Sich hinlegen, das Gelenk hoch lagern und kühlen, eine Kompressionsbandage – das reicht bei leichten Verstauchungen, um Schmerzen und die Schwellung des Fußgelenks zu behandeln. Bessern sich die Beschwerden nicht in wenigen Tagen deutlich, sollte ein Arzt nachschauen, ob ein Band gerissen ist", rät Marschall. Der Arzt kann bei Bedarf entzündungshemmende und abschwellende Schmerzmittel wie Ibuprofen und Diclofenac verordnen.

Physiotherapie statt OP

Bei einem Bänderriss dauert die Heilung deutlich länger. Mit einer Schiene werden die Bänder geschont, damit sie in Ruhe wieder zusammenwachsen können. "Zusätzlich helfen Übungen, das Gelenk zu kräftigen und zu mobilisieren", schildert Marschall. Eine weitere Behandlungsmöglichkeit bei Bänderrissen seien Operationen, bei denen die Bänder genäht werden. "Damit kommt man jedoch nicht schneller wieder auf die Beine als durch die Hilfe von Physiotherapeuten. Das ist zumindest das Ergebnis von wissenschaftlichen Studien", meint die Medizinerin.

Verstauchungen lassen sich kaum vermeiden. Etwas vorbeugen kann man ihnen dennoch, vor allem durch gut trainierte Muskulatur. Sportlern hilft ein sorgfältiges Aufwärmen vor Training und Wettkampf. Bei bestehenden Gelenkproblemen sind stützende Bandagen oder gelenkstabilisierende Schuhe ratsam.

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