Gerechtigkeitssinn bei Kindern


Erst Schulkinder lernen Teilen
Gerechtigkeitssinn bei Kindern

Einen Sinn für Gerechtigkeit entwickeln Kinder erst im Alter von sieben bis acht Jahren. Jüngere Kinder von drei bis vier Jahren denken dagegen in erster Linie an sich selbst. Dies haben Forscher der Universität Zürich in Experimenten festgestellt, die in der Fachzeitschrift «Nature» veröffentlicht worden sind.
Süßigkeiten gerecht verteilen
Die Forscher ließen 230 Kinder zwischen drei und acht Jahren an einer Reihe spielerischer Experimente teilnehmen. In einem Spiel sollte jedes Kind entscheiden, wie es eine festgelegte Menge von Süßigkeiten mit einem anderen Kind teilt. So stand es zum Beispiel vor der Wahl, zwei Schokolinsen für sich zu behalten oder sie eins zu eins untereinander zu teilen. Bei der Hälfte der teilnehmenden Kinder waren die nie anwesenden Spielpartner aus der eigenen Schule oder dem eigenen Kindergarten, bei der anderen Hälfte waren es fremde Kinder.

Gerechtigkeitssinn muss gelernt werden

Drei- bis vierjährige Kinder verhielten sich in diesem Versuch fast ausnahmslos egoistisch und behielten die Schokolinsen für sich. Im Alter von fünf bis sechs Jahren teilten immerhin schon rund ein Fünftel der kleinen Probanden ihre Süßigkeiten. Aber erst mit sieben, acht Jahren teilte fast die Hälfte der Kinder gerecht. Waren die Spielpartner allerdings Kinder des eigenen Kindergartens oder Schule, erhielten sie eher Süßigkeiten als die Mitglieder einer fremden Gruppe. Diese Bevorzugung stieg mit dem Alter an. Für die menschliche Fähigkeit zum Teilen und Kooperieren vermuten die Forscher sowohl genetische Ursachen, als auch den Einfluss sozialer Lernprozesse.

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