Winterdepression bei Kindern


Symptome sind altersabhängig
Winterdepression bei Kindern

Kommt es bei Kindern und Jugendlichen jeden Winter zu Schwankungen der Schulleistungen oder der Stimmung, kann dies auf eine saisonal abhängige Depression (SAD) hinweisen.

„In unseren Breiten kann der jahreszeitlich bedingte Lichtmangel in den Herbst und Wintermonaten bei einigen Kindern und Jugendlichen psychische Probleme hervorrufen bis hin zur saisonal abhängigen Depression. Betroffene Heranwachsende reagieren dann oft gereizt, manchmal wütend, sie wirken traurig, klagen über Bauchweh oder Kopfschmerzen und können durch einen plötzlichen schulischen Leistungsknick auffallen. Oft haben sie ein ausgeprägtes Schlafbedürfnis und meist mehr Appetit als sonst – vor allem auf Kohlenhydrate“, berichtet Dr. Ingo Spitczok von Brisinski vom Berufsverband für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie in Deutschland e. V. (BKJPP).

Hinweise auf Depressionen bei Kindern

Hinweise auf eine saisonale depressive Phase sind eine jährlich wiederkehrende Symptomatik sowie auch eine familiäre Belastung, wenn also Eltern und Geschwister ebenfalls im Winter in ein Stimmungstief fallen. Saisonale Depressionen bei Kinder und Jugendlichen äußern sich in den jeweiligen Altersklassen unterschiedlich, wobei Desinteresse und Antriebslosigkeit meist immer vorhanden sind.

„Im Klein- und Vorschulkindalter haben die betroffenen Kinder oft Schlaf- und Essstörungen. Manche sind in sich gekehrt, passiv und anhänglich oder neigen andererseits zu aggressivem Verhalten. Auch können sie häufiger Beschwerden wie Kopf- oder Bauchschmerzen äußern“, erläutert Dr. Spitczok von Brisinski. Im Pubertäts- und Jugendalter treten oft Ein- und Durchschlafstörungen, Gewichtsverlust sowie tageszeitliche Schwankungen des Befindens mit einem Tief in den Morgenstunden auf. Auch ein vermindertes Selbstwertgefühl, Grübelneigung, Rückzug und Zukunftsängste können auf eine depressive Erkrankung hinweisen.

„Sehr ernst zu nehmende Signale sind eine nicht erklärbare Vernachlässigung von Interessen, ein Leistungsknick in der Schule, Drogenkonsum oder Selbstmordgedanken“, betont der Kinder-und Jugendpsychiater.

Bei Verdacht handeln

Wie reagieren Eltern am besten, wenn sie den Verdacht haben, ihr Kind leidet an einer saisonalen Depression? Der Experte rät: „Bei leichten Beschwerden sind regelmäßige Aktivitäten bei Tageslicht an der frischen Luft hilfreich. Auch an trüben, bedeckten Tage sollten die Kinder nach draußen gehen. Ein Kinder- und Jugendpsychiater sollte bei deutlichen Einschränkungen der emotionalen Befindlichkeit und der Leistungsfähigkeit zu Rate gezogen werden. Auch wenn leichte Beschwerden länger als zwei Wochen andauern, sollte der Facharzt aufgesucht werden.“ Ein Besuch beim Facharzt ist auch deshalb wichtig, um andere Formen von Depressionen abzugrenzen.

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