Sport bei Diabetes


Dem Zucker Beine machen
Sport bei Diabetes

Bewegung hilft Diabetikern, den Blutzuckerspiegel langfristig zu senken. Schon tägliche Spaziergänge haben einen positiven Effekt. Wie wichtig körperliche Aktivität ist und was es dabei für Menschen mit Diabetes zu beachten gibt, erklärt die Siemens-Betriebskrankenkasse (SBK).

Warum Diabetiker von Sport profitieren

Vor allem bei Typ-2-Diabetes ist regelmäßige Bewegung wichtig. Sie verbessert die Insulinempfindlichkeit, baut Übergewicht ab und wirkt Bluthochdruck entgegen. Wer nicht zuckerkrank ist, jedoch aufgrund von Übergewicht zur Risikogruppe gehört, kann sich mit Bewegung vor einer Diabeteserkrankung schützen. Dafür reicht schon eine Stunde Spazierengehen täglich.

Beanspruchte Muskeln brauchen Zucker (Glukose). Sie beziehen ihn aus den in den Zellen lagernden Zucker- und Stärkedepots. Sind diese leer, wird Nachschub aus dem Blut geholt. Das führt wiederum dazu, dass der Blutzuckerspiegel sinkt. Diabetiker, die den Zuckergehalt in ihrem Blut langfristig senken möchten, sollten also auf viel Bewegung setzen.

Auf die Plätze … fertig?

Grundsätzlich sollte jeder Diabetiker seinen Arzt konsultieren, bevor er ins Training einsteigt – unabhängig davon, welche Sportart er betreiben möchte. Hat der Arzt keine Bedenken, kann es losgehen. Es ist ratsam, den Trainingseinstieg langsam zu gestalten. „Zu Beginn ist es völlig ausreichend, sich täglich etwa 30 Minuten bewusst zu bewegen. Da reicht ein Spaziergang“, erklärt Jonas Nienaber, Sportwissenschaftler bei der SBK. „Bringt einen das nicht mehr aus der Puste, kann man sich langsam steigern und zu anderen Sportarten übergehen. Idealerweise treibt man nach der Einstiegsphase dann drei bis vier Mal pro Woche für je 30 bis 60 Minuten Sport.“

Den Blutzuckerspiegel im Blick behalten

Vor jeder Trainingseinheit sollten Diabetiker ihren Blutzucker messen. Typ-1-Diabetikern ist zu empfehlen, bei einer Überzuckerung auch ihren Urin zu prüfen. Wenn dieser Azeton enthält, muss der Sport leider ausfallen, um keine lebensgefährliche Übersäuerung des Blutes zu riskieren. Bei einer Unterzuckerung wiederum – unabhängig davon, ob es sich um Typ-1- oder Typ-2-Diabetes handelt – sollte man warten bis sich der Blutzuckerspiegel normalisiert hat.

Um eine Unterzuckerung während des Trainings zu verhindern, muss der Zuckerhaushalt angepasst werden: Entweder durch die geringere Einnahme von Medikamenten oder Insulin vor dem Sport oder durch den Verzehr zusätzlicher Kohlenhydrate, die der Körper in Zucker umwandeln kann. Als Faustregel gilt, dass jede halbe Stunde Bewegung in etwa einer Berechnungseinheit oder Kohlenhydrateinheit (KE) entspricht. Wer also zum Beispiel 30 Minuten Rad fahren möchte, sollte eine KE mehr zu sich nehmen.

Die richte Ausstattung nicht vergessen

Wenn Zuckerkranke sich Blasen laufen, merken sie das oft nicht, da der hohe Blutzuckergehalt den Nerven schadet – und das macht sich zuerst an den Nerven im Fuß bemerkbar. Wenn der Langzeitblutzuckerwert sehr hoch ist, heilen Wunden wie Blasen langsamer. „Vor allem für Diabetiker sind daher Sportschuhe wichtig, durch die keine Druckstellen entstehen“, erklärt Nienaber. Da die Füße beim Training stärker als im Alltag belastet werden, können sie zudem anschwellen. Abhilfe schaffen spezielle Sportschuhe, bei deren Auswahl ein Fachmann hilft.

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