Erschöpfung beim Wandern


Gegen Hitze und Stürze wappnen
Erschöpfung beim Wandern

Viele Urlauber zieht es in die Berge. Doch ein Sturz oder Hitzekollaps kann dem Wandervergnügen ein jähes Ende bereiten. Wie Sie einer Erschöpfung vorbeugen und im Ernstfall richtig reagieren.

Kohlenhydrate gegen Erschöpfung

Herrschen beim Wandern hohe Temperaturen, kann es zur sogenannten Hitzeerschöpfung kommen. Die Ursachen dafür liegen in der Kombination aus feuchter Hitze, zu wenig Trinken und großer körperlicher Anstrengung. Dr. Ursula Marschall, leitende Medizinerin bei der Barmer GEK, empfiehlt schon bei ersten Ermüdungssymptomen eine längere Pause im Schatten. Gegen starken Schwindel und Pulsrasen hilft flaches Liegen auf dem Rücken mit erhöhten Beinen.

Durch starkes Schwitzen kommt es zu einem hohen Wasser- und Mineralienverlust, der dringend ausgeglichen werden muss. Die fehlende Flüssigkeit und Mineralsalze sollten Betroffene in kleinen Portionen zu sich nehmen. „Besonders wichtig ist eine schnelle Energiezufuhr in Form von Kohlenhydraten, beispielsweise durch Schokolade, Brot oder Müsliriegel. Traubenzucker wirkt besonders schnell, hält aber nicht lange vor", meint die Expertin.

Erste Hilfe bei Hitzschlag

Ein Hitzschlag ist im Unterschied zur Hitzeerschöpfung ein ärztlicher Notfall. Der Körper kann bei einem Hitzschlag nicht genügend Wärme an die Umgebung abgeben. Begünstigt wird dies durch enge, luftundurchlässige Kleidung. „Innerhalb von wenigen Stunden entsteht dann ein Wärmestau, und es besteht akute Lebensgefahr. Sinnvoll ist eine langsame Abkühlung des Körpers, beispielsweise mit nassen Tüchern auf Bauch und Waden. Auf keinen Fall sollte eine plötzliche kalte Dusche vorgenommen werden, denn dadurch kann es zu erheblichen Kreislaufstörungen kommen“, rät Dr. Marschall.

Stürze beim Wandern – Wunden sorgfältig versorgen

Die häufigste Erste-Hilfe-Maßnahme in den Bergen ist die Wundversorgung. „Auf den ersten Blick scheint es nicht lebensnotwendig zu sein, eine Wunde zu versorgen, doch die richtigen Erstmaßnahmen helfen, die Infektionsgefahr zu reduzieren. Oft wird auch der damit verbundene psychische Aspekt unterschätzt“, meint Dr. Marschall. „Es ist sehr wichtig, dass der Verletzte Ruhe bewahrt, und das gelingt gut durch Hinwendung und beruhigende Ansprache.“ Ist die Wunde stark verschmutzt, sollte diese zunächst mit klarem Wasser ausgewaschen werden. Anschließend schützt ein Pflaster die Wunde vor Verunreinigung.

Als Minimalausrüstung für Wanderer auf Tagestouren empfiehlt die Medizinerin: Pflaster, elastische Binden, Mullbinden, Mittel zur Wunddesinfektion, Kompressen, Schmerzmittel, Dreieckstuch, Rettungsfolie, UV-Schutzmittel.

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