Masern: Gefährliche Impflücken


Impflücken in allen Altersstufen
Masern: Gefährliche Impflücken

Masern – eine gefährliche Infektionskrankheit. Zwar bietet eine Impfung Schutz, doch Impflücken sind weit verbreitet. Das Bundesministerium für Gesundheit ruft deshalb dazu auf, bestehende Impflücken zu schließen.

Masernausbrüche in Deutschland

In Berlin sind im letzten Herbst die Masern ausgebrochen. Die bisherige Bilanz: Über 1000 Infizierte, etwa ein Viertel der Betroffenen musste ins Krankenhaus, ein erkranktes Kind starb. Nicht der erste Masernausbruch in Deutschland – und wohl auch nicht der letzte. Denn Impflücken in der Bevölkerung machen es dem Masern-Virus leicht, sich auszubreiten. Und Impflücken gibt es in allen Altersklassen. Nach Ergebnissen der DEGS-Studie des Robert Koch-Instituts (RKI) haben unter den 18 bis 44-Jährigen nur 56,9 Prozent die erste Masernimpfdosis erhalten, noch weniger Menschen die zweite Impfung.

Masern-Impfung: besser spät als nie

Mit der Kampagne "Deutschland sucht den Impfpass" macht die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) auf die Überprüfung des Impfstatus und speziell auf die Masern-Impfung aufmerksam. „Die Kampagne soll Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die nach 1970 geboren sind, dazu motivieren, ihren Masern-Impfschutz bei ihrer Ärztin oder ihrem Arzt überprüfen zu lassen und fehlende Impfungen schnell nachzuholen“, erklärt Dr. Heidrun Thaiss, Leiterin der BZgA anlässlich der 10. Europäischen Impfwoche. Diese beginnt am 20.4.2015 und steht unter dem Motto „Impflücken schließen“.

Impflücken schließen – Kitas, Ärzte und Eltern gefordert

„Wir brauchen jetzt eine Kraftanstrengung von Ärzten, Kitas, Schulen und allen anderen Verantwortlichen, um die Impflücken zu schließen“, erläutert Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe. „Wir müssen alle Gesundheits-Routineuntersuchungen nutzen, um den Impfschutz zu überprüfen. Und bei der Aufnahme in die Kita muss künftig ein Nachweis über eine ärztliche Impfberatung vorgelegt werden.“ Aus zahlreichen Untersuchungen ist bekannt, dass die Patienten beim Impfen dem Rat ihres Arztes oder ihrer Ärztin folgen. Daher soll der Arzt-Patienten-Kontakt verstärkt genutzt werden.

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